Brustrekonstruktion nach Krebs

Auf einen Blick
Dauer: ab 1 Stunde
Anästhesie: Vollnarkose
Aufenthaltsdauer: stationär, mind. 2 Nächte
Nahtentfernung: nach 14 Tagen
Heilungsdauer: 2 Wochen

Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten des weiblichen Geschlechts: Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an einer Form von Brustkrebs. Zur Therapie gehört neben eventueller Bestrahlung und Chemotherapie die operative Entfernung des Tumors und damit auch eine Entfernung von Brustgewebe (BET = brusterhaltende Therapie) beziehungsweise sogar der ganzen Brust (Mastektomie). Zwar sind die Heilungschancen durch diese Therapie heutzutage sehr gut, doch geht der Eingriff an der Brust für viele Betroffene mit einem gewissen Verlust ihrer Weiblichkeit und dem Wohlfühlfaktor im eigenen Körper einher. Aus diesem Grund existieren heute zahlreiche Techniken, mit denen die Brust wieder aufgebaut werden kann. Die Eingriffe reichen von Rekonstruktionen kleiner Defekte bis hin zur Neumodellierung der ganzen Brust, wobei sowohl Implantate als auch Eigengewebe zum Einsatz kommen kann.

Wann ist eine Brustrekonstruktion nach Brustkrebs sinnvoll?

Eine chirurgische Brustrekonstruktion ist in keinem Fall ein Muss, sondern wird immer nur nach Wunsch der Patientinnen und eingehender Beratung durchgeführt. Eine Brustrekonstruktion ist immer dann sinnvoll, wenn die Sorge besteht, nach der Operation an körperlichen Wohlbefinden, Weiblichkeit und Lebensqualität einzubüßen. Zwar gibt es auch die Möglichkeit, den entstandenen Defekt durch spezielle BHs auszugleichen, doch für viele Patientinnen ist das nicht wirklich zufriedenstellend. Durch die rekonstruktive Operation kann Patientinnen daher die Möglichkeit gegeben werden, ein wenig ihres alten Ichs und des Zustandes vor der erschreckenden Diagnose zurückzugewinnen. Beim Durchführungszeitpunkt der Operation gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten: Entweder ein sofortiger, mit der Tumorentfernung kombinierter Eingriff oder zeitlich versetzt als eigenständige Operation. Diese Entscheidung hängt hier wiederum zum einen vom Patientinnenwunsch, aber auch von notwendigen begleitenden Therapien und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Was muss ich vor einer Brustrekonstruktion beachten?

Dr. Matiasek führt mit seinen Patientinnen vor jeder Behandlung ein ausführliches Beratungsgespräch, in dem er auf alle Aspekte der Brustrekonstruktion eingeht. Zu Beginn teilen Sie mit, was Sie genau stört und welche Wünsche und Erwartungen Sie an den Eingriff haben. Unabhängig davon, welche Art der Operation durchgeführt wird, wird zuvor ein genauer onkologischer Behandlungsplan erstellt. Wichtig dabei ist zum einen eine histologische Definition des Tumors, aber auch eine bildgebende, um genaue Größe und Ausdehnung des Tumors zu kennen und auch das Ausmaß der Gewebeentfernung einschätzen zu können. Erst mit dieser Information ist es möglich, weiterführende Operationen zu planen. Sowohl für die tumorentfernende Operation als auch für den rekonstruktiven Eingriff muss ein detailliertes Aufklärungsgespräch stattfinden, in dem Fragen und mögliche Zweifel zu klären sind. Regelmäßig einzunehmende Medikamente und chronische Erkrankungen werden erhoben und Blut für die wichtigsten Laborparameter abgenommen, um mögliche Risikofaktoren zu klären.

Im Zuge des Beratungsgesprächs klärt Sie Dr. Matiasek über die optimale Vorsorge bei einer Brustrekonstruktion nach Brustkrebs auf. Dazu gehört unter anderem, dass Sie blutverdünnende Medikamente bitte etwa zwei Wochen vor dem Eingriff absetzen und in diesem Zeitraum auch auf Alkohol und Nikotin verzichten. Sie erhalten außerdem Informationen zu den richtigen Verhaltensmaßnahmen am Tag des Eingriffs wie etwa die letzte Nahrungsaufnahme.

Wie läuft die Brustrekonstruktion mit Implantaten ab?

Die Rekonstruktion mittels Implantaten erfolgt grundsätzlich in mehreren Schritten, deren Abfolge sich unterscheidet, je nachdem, ob die ganze oder nur ein Teil der Brust entfernt werden muss und wie viel Haut zur Verfügung steht. Ist die gesamte Brust zu entfernen, werden mehrere Schritte benötigt, da auch die Brustwarze und der Warzenvorhof neu modelliert werden müssen.

Auch wenn nur wenig Haut zur Verfügung steht, muss die Operation in mehreren Einzelschritten erfolgen, da vorab mit einem Expander gearbeitet werden muss, bevor das eigentliche Implantat eingesetzt werden kann. Ein Expander ist ein leerer Kunststoffbeutel, der vorerst anstelle des eigentlichen Implantats in die Brust eingesetzt wird. Dieser Beutel wird dann in Abständen von mehreren Wochen mit einer Kochsalzlösung befüllt, sodass er langsam an Volumen zunimmt. Dies bewirkt, dass sich die darüberliegende Haut langsam dehnen kann, sodass in weiterer Folge auch das Implantat Platz findet. Das Einsetzen des Silikonimplantats erfolgt dann nach einigen Monaten im Rahmen einer weiteren Operation. Die Implantation geschieht über einen kleinen Hautschnitt in der Unterbrustfalte, sodass eine nur minimal sichtbare Narbe entsteht. Das anatomisch vorgeformte, mit Silikon gefüllte Implantat wird dann unter den Brustmuskel geschoben und umliegendes Gewebe wieder vernäht.

Wie läuft die Brustrekonstruktion mit Eigenfett ab?

Neben Brustrekonstruktionen, bei denen Silikonimplantate zum Einsatz kommen, kann zum Wiederaufbau auch Eigengewebe verwendet werden (autologe Rekonstruktion). Die moderne plastische Chirurgie verfügt dabei über zahlreiche Verfahren, bei denen sowohl Fettgewebe als auch Muskellappen verwendet werden können, um die Brust zu formen. Ein für viele Patientinnen essenzieller Vorteil dieser Methoden ist die Möglichkeit, auf Silikon im Körper zu verzichten. Die Eingriffe sind jedoch auch etwas komplexer und langwieriger und gehen stets mit einer Gewebeentnahme an einer anderen Stelle einher. Im Falle der Brustrekonstruktion mit Eigenfett bedeutet dies, dass vorab genügend Fett entnommen werden muss, was sich in manchen Fällen auf mehrere Sitzungen ausdehnen kann. Das im Rahmen der Fettabsaugung (Liposuktion) abgenommene Eigenfett wird dann speziell aufbereitet und kann anschließend als Füllmaterial für Ihre Brust verwendet werden. Auch müssen körperlicher Zustand und Beschaffenheit so sein, dass eine Fettabsaugung oder eine Muskellappenplastik überhaupt möglich sind.

Welche Risiken birgt eine Brustrekonstruktion?

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass jeder Eingriff und jede Narkose eine körperliche Belastung darstellen und mit möglichen Risiken und Komplikationen einhergehen kann. Um diese Belastung zu reduzieren, wurde die Möglichkeit der sofortigen plastischen Rekonstruktion geschaffen, bei der ein Eingriff sozusagen eingespart wird. Dennoch können sowohl bei der Rekonstruktion mit Implantaten als auch mit Eigenfett mehrere chirurgische Eingriffe notwendig werden, worauf die Patientinnen auch stets vorbereitet werden. Alle Methoden der Brustrekonstruktion gehen außerdem mit allgemeinen Operationsrisiken wie Blutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen einher, die aber durch höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards im Operationssaal sehr selten sind.

Was muss ich nach einer Brustrekonstruktion beachten?

Direkt nach der Operation ist es üblich, mindestens ein bis zwei Nächte im Krankenhaus zur Beobachtung zu verbringen. Kommt es zu keinen Komplikationen, größeren Nachblutungen und bleibt der Zustand stabil, können etwaige Drainagen entfernt werden und die weitere Betreuung und notwendige Kontrollen können ambulant erfolgen. Nach zwei Wochen erfolgt die Nahtentfernung, danach werden die Kontrollabstände größer. Kommen Silikonimplantate zum Einsatz, sollte zudem ein Kompressions-BH für ungefähr sechs Wochen getragen werden, um den Heilungsverlauf zu unterstützen. Darüber hinaus gilt wie bei jedem größeren operativen Eingriff mit Vollnarkose, sich in den ersten Tagen danach zu schonen und für einige Tage im Krankenstand zu verbleiben. Stärkere körperliche Belastungen, das Heben von schweren Gegenständen und Sport sollten Sie ungefähr sechs Wochen meiden. Duschen ist mit klarem Wasser schon sofort nach der Entlassung aus dem Krankenhaus möglich, allerdings muss darauf geachtet werden, die Wunde möglichst trocken zu halten. Auf heiße Bäder oder Saunagänge ist es hingegen ratsam, in den ersten zwei Monaten ebenfalls zu verzichten.

Wann kann ich die Ergebnisse der Brustrekonstruktion sehen?

Die Patientinnen können es selbstverständlich nicht erwarten, Ihre neugewonnene Brust zu bewundern. Bis es so weit ist, müssen Sie sich zwar etwas gedulden, jedoch können Sie bereits nach ein paar Wochen erste sichtbare Veränderungen wahrnehmen. Ein tatsächliches und endgültiges Ergebnis ist erst nach vollständiger Abheilung der Wunden und Rückgang der Schwellung, also nach ungefähr sechs Monaten ersichtlich. Sollten weiterführende Eingriffe geplant sein, verschiebt sich die Beurteilung eines endgültigen Ergebnisses dementsprechend etwas nach hinten.

Die chirurgische Brustrekonstruktion nach einer Krebserkrankung ist viel mehr als nur ein kosmetischer Eingriff. Sie ist nach einer bedrohlichen und erschreckenden Diagnose ein Schritt zurück in Richtung Normalität und einem positiven Gefühl im eigenen Körper und daher heutzutage Standard in der Brustkrebstherapie. Dr. Matiasek freut sich darauf, Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch kennenzulernen und Ihnen einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.

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